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Hey du! Wenn du gerade mit dem Gedanken spielst, nach Paraguay auszuwandern oder dort länger zu leben, kommt früher oder später die große Frage: Wie sicher ist das Leben in Paraguay eigentlich? Paraguay hat den Ruf, ein entspanntes, günstiges und grünes Paradies zu sein, aber gleichzeitig hört man immer wieder von Kriminalität, Korruption und „da passiert schon mal was“. Wir leben seit vielen Jahren hier, haben mit Locals und Expats gesprochen und uns die aktuellen Zahlen angeschaut. Hier kommt die ehrliche, ungeschminkte Antwort zur Sicherheit in Paraguay, ohne Panik und ohne Schönfärberei.

Sicherheit im Alltag: Wo du wirklich aufpassen musst und wo nicht

Beginnen wir mit dem, was 90 % deines Lebens ausmacht: dem ganz normalen Alltag. Die gute Nachricht vorneweg: Paraguay ist kein Kriegsgebiet und auch keine No-Go-Area wie manche Teile von Venezuela oder Honduras. Die meisten Menschen, die hier leben, werden nie Opfer schwerer Gewalt. Die offizielle Mordrate lag 2024 bei etwa 7,7 pro 100.000 Einwohner (Polícia Nacional / Observatorio de Seguridad). Das ist deutlich niedriger als in Brasilien (ca. 22), Mexiko (ca. 25) oder Südafrika (ca. 35), aber höher als in Chile (ca. 4) oder Europa (meist unter 2).

Die Sicherheit in Paraguay bezüglich Kriminalität hängt extrem davon ab, wo du dich aufhältst. Asunción selbst ist gespalten: In den besseren Vierteln wie Villa Morra, Carmelitas, Manorá oder Las Mercedes kannst du abends problemlos spazieren gehen, Joggen oder mit dem Hund raus. Viele Expats berichten, dass sie sich dort sicherer fühlen als in manchen Großstädten Deutschlands nach 22 Uhr. Anders sieht es in den sogenannten Bañados (Überschwemmungsgebieten am Fluss) oder in Vierteln wie Zeballos Cué, Ricardo Brugada (Chacarita) oder bestimmten Teilen von Fernando de la Mora aus. Dort ist die Armut hoch, die Drogenkriminalität auch, und als offensichtlicher „Gringo“ bist du schnell Ziel für Handtaschenräuber oder Motochorros (Motorraddieben, die im Vorbeifahren zuschlagen).

Die größte reale Gefahr bezüglich Kriminalität in Paraguay für die meisten Auswanderer ist nicht Mord, sondern Kleinkriminalität: Handydiebstahl in Bussen, Taschendiebe auf Märkten, Einbrüche, wenn das Haus schlecht gesichert ist. Wenn du ein paar Grundregeln befolgst (keine teure Uhr offen tragen, nachts Uber statt öffentlicher Bus, Alarmanlage + Hund + hohe Mauer), sinkt dein persönliches Risiko massiv. Viele Deutsche, Schweizer und Österreicher leben seit 10+ Jahren als Auswanderer hier und hatten nie größere Probleme.

Regionale Unterschiede: Stadt vs. Land vs. Grenzgebiet

Die Sicherheit in Paraguay ist kein Einheitsbrei. Hier die drei Welten:

1. Asunción und Gran Asunción (Luque, Fernando, Lambaré etc.)  

Hier lebt der Großteil der Expats. Tagsüber entspannt, nachts je nach Barrio unterschiedlich. In guten Gegenden sieht man Familien mit Kindern um 23 Uhr noch Eis essen gehen. In schlechten Gegenden fahren selbst Taxis nicht mehr rein.

2. Das Landesinnere (Departamento Central, Cordillera, Paraguarí, Itapúa)  

Encarnación, Caacupé, Villarrica, die Mennonitenkolonien im Chaco – das ist oft sicherer als jede deutsche Großstadt. Viele Menschen lassen nachts die Tür offen (okay, vielleicht übertrieben, aber fast). Einbrüche gibt es, aber schwere Gewalt ist extrem selten. Hier gilt noch das alte „jeder kennt jeden“-Prinzip.

3. Die Grenzregionen zu Brasilien (Ciudad del Este, Pedro Juan Caballero, Salto del Guairá)  

Das ist die große Ausnahme. Hier operiert organisierte Kriminalität (vor allem brasilianische PCC und Comando Vermelho). Attentate, Siedlungskriege und Korruption auf höchstem Niveau. Als Normalbürger wirst du selten direkt in solche Sachen verwickelt, aber die allgemeine Sicherheit ist deutlich schlechter. Viele Expats meiden diese Zone komplett.

Fazit: Wie sicher ist das Leben in Paraguay?

Wenn du nicht gerade im Drogenhandel tätig bist oder in den heißesten Brennpunkten wohnst, ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer schwerer Gewalt zu werden, verschwindend gering.

Spezielle Themen, die immer wieder Angst machen – die Fakten

Korruption und Polizei – ja, die Polizei ist oft korrupt und schlecht bezahlt. Bestechung (coima) ist Alltag. Gleichzeitig helfen dir viele Polizisten auch ohne Geld, wenn du höflich bist und Spanisch/Guaraní sprichst. In den letzten Jahren hat die Regierung die Löhne angehoben und die Ausbildung verbessert – es wird langsam besser.

Homejacking und Entführungen – Express-Entführungen (du wirst gezwungen, Geld abzuheben) gibt es, aber fast ausschließlich bei wohlhabenden Paraguayer Familien, nicht bei Expats mit normalem Lebensstandard. Homejacking ist selten, aber passiert. Lösung: hohe Mauern, elektrische Zäune, Hunde, Nachbarschafts-Watch-Gruppen (oft über WhatsApp organisiert).

Vergewaltigung und sexuelle Übergriffe – Die Zahlen sind leider hoch, vor allem innerhalb der Familie oder im Bekanntenkreis. Als ausländische Frau allein nachts in zwielichtigen Gegenden unterwegs zu sein, ist keine gute Idee – wie fast überall auf der Welt.

Wobei wir persönlich noch nirgends und zu keiner Uhrzeit irgendwo ein schlechtes Gefühl hatten!

Verkehrssicherheit – Das ist tatsächlich die größte reale Gefahr in Paraguay! Paraguayanische Fahrer sind… sagen wir mal kreativ. Alkohol am Steuer, überholte Busse, Motorräder ohne Licht. Die Zahl der Verkehrstoten ist erschreckend hoch. Helm, Anschnallen und defensives Fahren sind Pflicht.

Wie sicher ist das Leben in Paraguay wirklich? Es hängt von dir ab.

Wenn du:

– in einem guten Barrio oder auf dem Land wohnst,

– keine teuren Statussymbole offen trägst,

– nachts Uber nimmst statt zu Fuß durch dunkle Ecken läufst,

– dein Haus vernünftig sicherst,

– und dich an die lokalen Spielregeln hältst,

dann ist Paraguay für die allermeisten Auswanderer sicherer als sein Ruf – und oft sogar sicherer als manche deutsche Großstadt nach Mitternacht.

Die Sicherheit hier ist kein Luxus, den du geschenkt bekommst, sondern etwas, das du dir mit ein bisschen Verstand und Anpassung selbst schaffst. Wer das kann, lebt hier entspannt, günstig und glücklich. Wer unbedingt jeden Abend besoffen durch die Bañados ziehen will, wird Probleme bekommen – aber das würde er in jeder Stadt der Welt.

Paraguay ist kein Skandinavien, aber auch kein failed state. Es ist ein Entwicklungsland mit Ecken und Kanten, das dir viel gibt, wenn du bereit bist, dich ein bisschen anzupassen.

Wie gesagt, wir leben hier seit vielen Jahren mitten unter den Einheimischen und hatten all

die Jahre noch nirgends ein schlechtes Gefühl, oder eine schlechte Erfahrung gemacht!

Die Menschen sind unfassbar freundlich und hilfsbereit, bei einer Autopanne dauert es

keine zwei Minuten, bis der erste anhält und dir seine Hilfe anbietet.

Wir leben sehr gerne hier und so wie es aussieht, werden es auch noch viele weitere

Jahre werden! Und wenn du Paraguay als mögliches Land zum Auswandern entdecken möchtest, dann kannst du es auf einer unserer individuell für dich geplanten Reise entdecken!

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