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Ihr möchtet nach Paraguay auswandern und plant eine Abmeldung aus Deutschland und euer neuer Wohnsitz soll Paraguay sein? Das klingt zunächst schlüssig, wenn ihr plant, auszuwandern. Doch ist es nicht as einzige Modell eines zukünftigen Lebens. Auch die Drei-Flaggen-Theorie wäre eine durchaus interessante Möglichkeit, sein Leben zu gestalten. Drei-Flaggen-Theorie bedeutet, dass man sich in keinem Land auf der Welt länger als 183 Tage aufhält und damit nirgendwo seinen neuen Wohnsitz hat. Übrigens beziehen sich die 183 Tage nur auf aneinanderhängende Aufenthalte! Doch was sind Vor- und Nachteile?

Gerade unter steuerlichen Aspekten besteht mehr Verwirrung zum Thema Wohnsitz als Klarheit. Bedeutet ein Wegzug aus Deutschland automatisch, dass ich keinen steuerlichen Wohnsitz mehr in Deutschland habe oder kann ich eine Steuerpflicht vermeiden, wenn ich nach der Drei-Flaggen-Theorie lebe? Fragen über Fragen und irgendwie sagt jeder etwas anderes.

Meistens ist die Rede davon, dass man mit der Drei-Flaggen-Theorie in keinem Land mehr steuerpflichtig ist. Andere Quellen sagen, dass man in diesem Fall wieder automatisch in seinem “Heimatland” steuerpflichtig ist. Hier ist übrigens ein interessanter Artikel zum Ursprung der Drei-Flaggen-Theorie.

Meines Erachtens könnte es sinnvoll sein, seinen steuerlichen Wohnort in ein Land zu verlegen, in dem die Territorialbesteuerung gilt. Wenn ich dann mit Geld außerhalb des Landes verdiene (oder angelegt habe), zahle ich keine Steuern.

Ich habe hier einen wirklich guten Artikel für euch gefunden, mit dem ihr euch näher auseinandersetzen solltet. Hier findet ihr die korrekten rechtlichen Hintergründe sehr gut aufgeführt. Allerdings möchte ich aus ganz persönlicher Sicht sagen, dass alles im Artikel zwar korrekt dargestellt ist und sicher sinnvoll, um die Gegebenheiten genau zu kennen. Dennoch würde ich persönlich vieles anders handhaben und tue es auch. Einfach weil es so für mich praktikabel war und ich jemand bin, der auch gern einmal ein persönliches Risiko geht und ausprobiert … So würde ich beispielsweise immer schauen, dass ich eher noch eine Kontoverbindung (mit Kreditkarte!) mehr einrichte, so lange ich noch in Deutschland bin als alles zu kündigen. Lest dazu vielleicht auch meinen Beitrag bezgl. Vorbereitungen Auswanderung/ Kreditkarte. Aus Paraguay heraus ist es viel schwerer, ein Bankkonto zu eröffnen als in der Zeit, in der man noch eine deutsche Adresse angeben kann! Ich empfinde dies einfach als sinnvoll, um gerade am Anfang finanziell flexibel zu bleiben und das Risiko, dass mir die Bank kündigt dem gegenüber als akzeptabel. Aber dies muss natürlich jeder für sich entscheiden.

Und ich würde auch immer für eine Abmeldung aus Deutschland plädieren, wenn ich nach Paraguay gehen möchte. ABER wenn ich ein Geschäft betreiben möchte, den Grundsatz der Drei-Flaggen-Theorie beherzigen: In Paraguay anmelden und eine Firma in den USA oder in Kanada gründen und von Land zu Land reisen. In Paraguay wäre dann eine Steuer in Höhe von 10 Prozent auf inländische Einnahmen zu zahlen, die man ja aber nicht hat. Steuern für Einkünfte aus Besitz in Deutschland ist natürlich auch weiterhin immer dort zu besteuern, egal ob man angemeldet ist oder nicht.

Und nur um dies klarzustellen: Ich möchte mich immer dafür aussprechen, einem Land, in dem man lebt auch etwas zurückzugeben. Es geht also nicht darum, als “Schmarotzer” in einem Land zu leben und Steuern zu umgehen, sondern SELBST zu wählen, welche guten Dinge man mit seinem Geld unterstützen möchte. So machen wir es regelmäßig und sind beispielsweise 2020 in der Coronazeit mit einer Suppenküche quer durchs Land gezogen, haben Weihnachten 2021 unsere große “Weihnachten im Schuhkarton”-Aktion durchgeführt, oder kürzlich das Frauenhaus in Piribebuy unterstützt. Ich bin fest davon überzeugt, dass alles in einem Fluß aus Geben und Nehmen sein sollte – aber dafür brauchen wir kein aufgesetztes Steuersystem! Meine Meinung.

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